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Akustische und visuelle Beeinflussung des Fahrverhaltens
Dieses Projekt wird vom IFT der FH Trier, dem Institut für Energieeffiziente Systeme der FH
Trier und der Abteilung für Allgemeine und Kognitive Psychologie der Universität Trier
bearbeitet. Darüber hinaus unterstützt das Institut für Innovative Informatik-Anwendungen
der FH Trier dieses Vorhaben.
Aufgrund der zunehmenden Nachfrage nach verbrauchsoptimierten Fahrzeugen und der
Entwicklung von Maßnahmen und Schulungen, um dem Fahrzeugführer eine möglichst
ökonomische Fahrweise näher zu bringen, sieht der Forschungsverbund Verkehrstechnik und
Verkehrssicherheit eine besondere Relevanz in der Entwicklung und wissenschaftlichen
Untersuchung und Evaluierung von Hilfssystemen, die vorgeben, der Verbrauchsoptimierung
zu dienen.
Zielsetzung dieses Pilotprojektes ist es daher zu untersuchen, wie eine Veränderung der
Motorengeräusche das Fahrverhalten beeinflussen kann. Hierzu wird ein Fahrzeug des IFT (Opel Astra) mit einem Rechner (Laptop) ausgerüstet, welcher ein verändertes Motorgeräusch
auf Basis der aktuellen Fahrzeugparameter ausgibt.
Das veränderte Motorgeräusch wird dem Fahrer dann über einen geschlossen Kopfhörer
eingespielt. Die Fahrzeugparameter wie Geschwindigkeit, Drehzahl, Gaspedalstellung etc.
werden aus dem werksseitig vorhandenen Bussystem ausgelesen und im Laptop verarbeitet.
Außerdem dient der Laptop als Datenlogger. Zusätzlich zu den Fahrzeugdaten werden noch
die Daten eines externen GPS-Empfängers ausgelesen und aufgezeichnet, um die genaue
Position des Fahrzeugs auf der Teststrecke zu jedem Zeitpunkt zu kennen.
Die Versuchspersonen werden unter verschiedenen Versuchsbedingungen (normales,
niedertouriges, hochtouriges Motorengeräusch, Kontrollfahrt ohne Motorengeräusch) eine
Teststrecke auf der Wehrtechnischen Dienststelle für Kraftfahrzeuge und Panzer der
Bundeswehr (WTD 41) befahren. Die Teststrecke wird hierbei in mehrere Quadranten mit
Start- und Stopp-Punkten unterteilt und während der Versuchsfahrten werden verschiedene
Parameter wie Geschwindigkeit/Beschleunigung, Schaltpunkte/Gangwahl und Verbrauch
erhoben. Die gewonnenen Daten können dazu dienen, dass Ausmaß der Beeinflussung des
Fahrverhaltens durch inkongruente akustische Informationen zu ermitteln.
In Vorversuchen wird derzeit ermittelt, inwieweit die Versuchspersonen die unterschiedlichen
Motorgeräusche bei unterschiedlichen Drehzahlniveaus überhaupt unterscheiden können.
Als zweite Frage soll in dem gleichen Versuch zusätzlich der Einfluss einer visuellen
Schaltanzeige auf das Fahrverhalten untersucht werden. Eine visuelle Schaltanzeige ist ein
Assistenzsystem, dass derzeit bereits in einigen Fahrzeugen verfügbar ist und den Fahrer bei
der Wahl des richtigen, möglichst effizienten Gangs unterstützen soll.
Zu diesem Zweck wird in dem Fahrzeug eine visuelle Anzeige installiert, die der
Versuchsperson entsprechende Informationen zum Schaltpunkt liefert. Da dem frühen
Hochschalten für eine verbrauchsoptimierte Fahrweise eine besondere Relevanz zukommt,
beschränkt sich die im Fahrzeug installierte visuelle Schaltanzeige auf einen nach oben
zeigenden Pfeil, der durch sein Aufleuchten den optimalen Zeitpunkt für ein Hochschalten
anzeigt (siehe Abbildung 1). Auf eine Pfeildarstellung für die Gangwechselempfehlung in
einen niedrigeren Gang wird im vorliegenden Experiment verzichtet.

Analog dem Vorgehen in den akustischen Bedingungen werden auch in diesem Teil des
Experiments bei einigen Versuchsfahrten die Anzeigen so manipuliert, dass die visuellen
Schaltanzeigen nicht mit den optimalen, korrekten Schaltpunkten übereinstimmen. Die
Schaltempfehlungen werden so variiert, dass sie entweder den richtigen, einen zu frühen oder
zu späten Schaltpunkt anzeigen. Als Kontrollbedingung wird auch hier eine Fahrt ohne
Anzeige eingeführt. Die oben genannten abhängigen Variablen werden auch in diesem Teil
des Experiments erhoben. Die Daten können Hinweise liefern, inwiefern Fahrzeugführer den
visuellen Assistenzsystemen glauben und ihnen Folge leisten, auch wenn die Informationen
fehlerhaft sind. In einem Vorversuch wird hierzu derzeit geprüft, ob die Größe der im
peripheren Sichtfeld angebrachten Schaltwechselanzeige einen Einfluss auf die
Reaktionszeiten der Versuchspersonen hat.
Bei Kombination der beiden Fragestellungen (visuelle und akustische Beeinflussung des
Fahrverhaltens) entsteht folgender Versuchsplan:
Als weitere Variablen werden Alter, Geschlecht und Fahrerfahrung erfasst.
Zusätzlich werden die subjektiven Einschätzungen der Versuchspersonen durch Fragebögen erhoben (NASA-TLX und ein eigens für diese Untersuchung entwickelter Fragebogen).
Durch die Analyse der gewonnenen Daten können Rückschlüsse gezogen werden, wie
Motorengeräusche und visuelle Schaltanzeigen gestaltet werden sollten, um die
Fahrzeugführer zu einer möglichst effizienten Fahrweise zu animieren.
Diese Informationen sollen in einem weiteren Schritt dazu dienen, durch die Entwicklung und
Evaluierung entsprechender Hilfssysteme für verbrauchsoptimierte Fahrweise Drittmittel in
der Automobilindustrie und bei Getriebeherstellern einzuwerben.
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